LD Systems WS1G8 HHD Funkmikrofon System – Testbericht von Sound on Sound

Drahtlose Mikrofonsysteme sind oftmals teuer, kompliziert oder beides – dieses neue System von LD Systems ist nichts dergleichen! Wir haben es getestet.

Die Neuverteilung der Funkfrequenzen hat dazu geführt, dass viele Musiker nun Ihre alten drahtlosen Mikrofon- und Gitarrensysteme austauschen müssen. Als einen günstigen Ersatz für diese Systeme, von denen viele gar nicht mehr betrieben werden dürfen, hat LD Systems das WS1 G8 HHD anzubieten. Es handelt sich dabei nur um einen Vertreter aus LD Systems umfangreichen Angebot von Mikrofonen, Gitarrensystemen und Ein- bzw. Zweikanal-Receivern, die jeweils bis zu sechs Geräte gleichzeitig verwalten können. Alle Systeme werden in einem Kunststoffkoffer geliefert.

Das System arbeitet im anmeldefreien 1,8 GHz FM-Bereich von 1785 bis 1800 MHz und verfügt über einen 192-kanaligen, sogenannten True Diversity Receiver (Je 12 Kanäle sind in einer von 16 Gruppen zusammengefasst, wobei bei Setups mit mehreren Geräten alle Geräte einer Gruppe zugeordnet sein müssen). Als „True Diversity“ bezeichnet man normalerweise Systeme, die über je zwei Antennen und Empfänger verfügen, wobei immer das stärkere Signal den Vorzug erhält. Zur Wahl stehen Produkt-Varianten mit dynamischen oder Kondensator-Handmikrofon oder sowie als Ausführung mit Beltpack Sender mit wahlweise einem Headset, einem Lavalier-Mikrofon, einem Klemm-Mikrofon für Blasinstrumente oder einem Gitarren/Bass-Adapterkabel. Die Sendeleistung liegt bei allen Systemen bei 10 mW. Mit hochwertigen AA Alkali-Batterien werden Betriebszeiten von bis zu 13 Stunden erreicht, der Empfänger wird über ein mitgeliefertes Netzteil mit Strom versorgt. Das System bietet einen üppigen Rauschabstand, einen Verzerrungsgrad von unter 0,8 Prozent und einen Audio-Frequenzbereich 60 Hz bis 16 kHz. 

Das Handmikrofon verfügt über ein briefmarkengroßes LC-Display zur Anzeige des Funkkanals und anderer Status-Informationen wie z. B. des Batteriezustands. Wenn die Batterieanzeige blinkt, sollten Sie baldmöglichst die Batterien wechseln. Der Receiver bietet ein beleuchtetes Display und einen automatischen Sendersuchlauf, der selbstständig die Frequenzen mit den geringsten Interferenzen findet, wodurch sich die Einrichtung besonders schnell und einfach gestaltet. Das getestete System besteht aus einem einkanaligen Receiver und einem dynamischen Funkmikrofon. Das Mikrofon mit dem kugelförmigen Drahtkorb hat einen gut ausbalancierten Schaft und liegt dank der Gummibeschichtung gut in der Hand. Über einen Schiebeschalter unterhalb des Displays wird das Mikrofon aktiviert. Der untere Teil des Gehäuses lässt sich abschrauben und bietet dann Zugriff auf das Batterieeinschubfach sowie die Stellschraube für den Ausgangspegel. Ein Squelch-ähnliches Rauschunterdrückungssystem im Receiver schaltet das Audiosignal ab, sobald der Sender außer Reichweite gerät oder ausgeschaltet wird. Die Audioausgänge des Empfängers sind als XLR- und als unsymmetrische 6,35 mm Buchsen ausgeführt.

Die beiden Antennen werden an entsprechenden RF-Anschlüssen auf der Geräterückseite angeschraubt. Ein Gelenk sorgt dafür, dass auch die übliche „Hasenohren“-Ausrichtung möglich ist. Die Vorderseite des Empfängers wird von dem großen Display dominiert, auf dem Informationen zur Frequenz, zur Lautstärke, zum Squelch-Status und zur Programmierung angezeigt werden. Sämtliche Einstellungen werden über die vier Tasten Set, Up, Down und ASC vorgenommen, ansonsten gibt es nur noch den Power-Schalter. Über den integrierten Infrarot-Empfänger lassen sich die Frequenzen von Mikrofon und Empfänger mit einem Druck auf die ASC-Taste aufeinander abgleichen. Sobald eine Gruppe ausgewählt und über einen Frequenz-Scan die optimale Frequenz eingestellt wurde, schaltet man dazu das Mikrofon ein und hält es mit dem flachen Ende an den Infrarot-Empfänger, um die Frequenzen von Mikrofon und Receiver abzugleichen. Alternativ lassen sich die Kanäle und Frequenzen auch per Hand direkt am Receiver ändern.

Praxis

Meine bisherigen Erfahrungen mit FM-Funkmikrofonen waren eher durchwachsen: die teureren Mikrofone klangen hervorragend, die billigeren wurden aber teilweise entweder von Rauschattacken geplagt, gegen die auch die Squelch-Funktion nichts ausrichten konnte, oder die Signalqualität litt massiv unter dem massiven Einsatz der Rauschunterdrückungssysteme. Obwohl es sich hier um ein günstigeres System handelt, fühlte sich der Frequenzgang bei Vocals glücklicherweise sehr natürlich an: es gab weder nennenswertes Rauschen noch störende Gate-Effekte bei niedrigen Pegeln. Ich weiß nicht, ob das System ebenso gut bei Gitarristen funktioniert, die Ihre Lautstärke hauptsächlich über den Volume-Poti regeln, weil ich leider keinen Gitarren-Sender zum Testen zur Verfügung hatte – bei Gesang klappt es jedenfalls sehr gut.

Das Mikrofon selbst macht einen guten Job. Zwar ist es keineswegs außergewöhnlich, es kann aber durchaus mit typischen dynamischen Mikrofonen des mittleren Preissegments mithalten und liefert bei Vocals einen ausgewogenen Klang. Ich war positiv überrascht, wie schnell sich das System einrichten lässt. Neben zwei Signal-Pegelanzeigen bietet das Display zwei Status-LEDs, die angeben, welche Antenne gerade aktiv ist. Die Reichweite ist für typische kleine und mittlere Veranstaltungsorte locker ausreichend, selbst wenn mal eine Backsteinwand im Weg steht – das konnte ich bei einem Rundgang durch mein Haus bestätigen. Zusammenfassung: Ein digitales System mag zwar etwas mehr Frequenzumfang und Dynamik bieten, dafür zeigt dieses FM-System keinerlei Latenz (bei jedem Digital-System treten gewisse Verzögerungen auf), der Gesang klingt gut und es gab keine unschönen Überraschungen. Zu diesem Preis ist es ein gutes System für kleinere Auftrittsorte und falls Sie einmal mehr als sechs aktive Funkkanäle gleichzeitig benötigen, können Sie natürlich jederzeit zusätzlich ein 4,2 GHz Wi-Fi Digitalsystem einsetzen.

Weitere Informationen zu diesem Funkmikrofon System finden Sie unter:
http://www.ld-systems.com/serien/ws-1g8-serie/ws-1g8-hhd-funkmikrofon-system-mit-handmikrofon-dynamisch/?listtype=search&searchparam=LDWS1G8HHD

Quelle: Sound on Sound Magazin, England, Dezember 2013

Autor: Paul White

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