New Power Generation – DAVE12 G2 von LD Systems – Testbericht von Soundcheck

Der Markt für kompakte Beschallungssysteme ist gesättigt. Wer sich als Hersteller oder Vertrieb in diesem Segment der Beschallungsbranche halten will, der muss schon einiges vorweisen können. Solide Leistung, ein funktionierendes Konzept, überzeugendes Handling und der passende Sound sind die Eckdaten dafür. Nachdem Adam Hall mit dem Dave 12 vor geraumer Zeit einen Einstieg in diesem Marktsegment geschafft hat, soll jetzt die Position gefestigt werden.

So einfach ist das alles mal wieder nicht, wenn sich schon einmal ein Spross aus eigenem Hause gut am Markt behauptet hat, ist die Erwartungshaltung an dessen Nachfolger natürlich gleich spürbar höher. Man muss sich typischerweise nicht nur an den Mitbewerbern messen, sondern zusätzlich an der eigenen Messlatte, die man mit dem Vorgänger gelegt hat.

Was bereits direkt auf den ersten Blick ins Auge fällt ist vor allem, dass Dave 12 G2 erwachsen geworden ist.Unterzieht man die Komponenten des Systems einem kritischen Blick, stellt man fest, dass dieses Set in Sachen Verarbeitung und Handling den Vergleich zu seinen Mitbewerbern nicht zu scheuen braucht. Will sagen – die Kisten sehen einfach verdammt gut aus: Gehäuse solidester Machart mit breiten Seitenwangen, stabiles Multiplex als Grundlage und dazu schicker schwarzer Strukturlack und wabengelochte Schutzgitter vor den Schallwänden. ln solchem Design werden auch deutlich teurere Systeme verkauft. Rundum gibt’s dazu noch eine sachdienliche Ausstattung mit eingearbeiteten Griffmulden, integrierten Flanschen für Stative oder Distanzstangen und – im Zubehör – die obligatorischen Schutzhüllen und ein Rollbrett. Eine runde Sache also. Allenfalls der Strukturlack könnte vielleicht eine Spur dicker aufgetragen werden. Ob dies jedoch wirklich notwendig ist, wird erst die Zeit „On The Road“ zeigen.

Der Anblick der sich einem auf der Rückseite des Subwoofers bietet passt perfekt dazu. Das Anschlussfeld erscheint ebenfalls erwachsen und zeitgemäß, das Modul nimmt fast die gesamte Rückseite des würfelförmigen Subs ein. Neben den obligatorischen Ein- und Ausgängen im XLR- beziehungsweise Comboformat gibt‘s obendrauf noch Cinch-Eingänge für den Consumerbereich. Die Ausgänge zu den Satelliten liegen in Form des typischen Speaker-Pärchens vor. Noch ein letztes Wort zum Thema Netz- und Frischluftanbindung. Zur Spannungsversorgung kommt hier der mittlerweile bei LD Systems zum guten Standard avancierte, verriegelbare Volex-Verbinder zum Einsatz, für die Frischluft ins Gehäuse sorgt ein durchzugsstarker Ventilator in der Mitte des Anschlussfeldes. Die erwärmte Luft verlässt den Sub über eine großzügige Öffnung am oberen Ende des Bedienteils.

Kommen wir nun zur Frage, was der neue Dave so auf dem Kasten hat. Die Testumgebung ist schnell hergestellt, mit einem Stativ und einer Distanzstange ist man startklar, die Topteile sind fix mit dem Amp verbunden und schon kann‘s losgehen. Den variablen Boxenflansch in den Tops hat man erfreulicherweise beibehalten, damit lassen sich die beiden Satelliten in der Vertikalen um ein paar Grad nach oben oder unten neigen und so optimal auf die Location ausrichten. Auch das gehört zu den praktischen und hilfreichen Details, die man bei LD Systems mittlerweile pflegt.

Anschluss finden dabei die unterschiedlichsten Quellen an das Kompaktsystem: Als Anwender hat man die Wahl zwischen symmetrischen und damit professionellen Quellen via XLR oder Klinke. Aber auch für Consumer-Elektronik oder so manches DJ-Pult ist dank des Cinch-Pärchens bestens vorgesorgt. Prinzipiell sollte man bei dieser Variante aber die Kabelwege möglichst kurz halten, da unsymmetrische Leitungen prinzipbedingt deutlich störanfälliger sind als ihre symmetrischen Pendants. Um aber schnell mal einen iPod oder einen vergleichbaren MP3-Piayer laut zu machen, sind diese Buchsen aber durchaus die Richtigen.

Dave 12 G2 geht erwartungsgemäß ganz beherzt zur Sache und tönt trotz seiner handlichen Abmessungen, ganz schön laut. Da unterscheidet er sich kein bisschen von seinem Vorgänger. Dabei klingt das Set schön ausgewogen, der regelbare Bassanteil lässt „eine Beeinflussung des Grundsounds ganz nach persönlichem Geschmack zu. Vorsichtiges Dosieren ist hier angeraten, denn bei hohen Pegeln und massivem Bassanteil neigt der Subwoofer des Dave 12 G2 zu leichtem Grummeln und klingt nicht mehr so schön voluminös wie sonst.

Eine einzelne, rote Protect-LED zeigt an, wenn es definitiv des Guten zu viel ist und nicht etwa erst, wenn lediglich Gefahr besteht, dass der Dave 12 G2 demnächst ins Clipping kommen könnte. Klingt logisch, denn sonst hätte man bei LD Systems ja gleich eine gelbe LED einbauen können. Insgesamt klingt das Set schön ausgewogen und mit reichlich Potenzial in den Mitten, was der Durchsetzungskraft beim Live-Einsatz zu Gute kommt.

Gut mitgedacht: Neben den obligatorischen Ein- und Ausgängen im XLR- beziehungsweise Comboformat gibt’s noch Cinch-Eingänge für den Consumerbereich. (S.85)

Technische Daten
Leistung: 2 x 120 W RMS (Top), 1 x 300 W RMS (Sub)
Bestückung: 12″-Bass, 6,5″-Mid, 1″-Hi
Frequenzbereich: 40 Hz-19 kHz
Empfindlichkeit: 98 dB (1 W/1 m), 123 dB (max.)
Abstrahlwinkel: 90′ X 40′
Abmessungen: 50 x 510 x 520 mm (Sub), 250 X 400 X 250 mm (Top)
Gewicht: 31,5 kg (Sub) 8,6 kg (Top)

Alle Infos zum Produkt unter: http://ld-systems.com/292-0-ld-dave-12-g2.html

Quelle: Soundcheck Magazin, Deutschland, Oktober 2010

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