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Interview mit Ken „Pooch“ van Druten – FOH Engineer Linkin Park

Ken, wie kamen Sie in die Musikbranche und wurden FOH Engineer? Musik habe ich schon mein ganzes Leben lang gemacht. Mit drei Jahren begann ich mit klassischem Piano. Als ich dann in der Highschool war, stieg ich auf Gitarre um, denn ich merkte, dass die Gitarristen immer die Mädchen abbekamen. Später spielte ich in einer Punkband, und wir gewannen den „Battle of the bands“-Contest. Der Preis war ein Wochenende in einem Tonstudio in Los Angeles. Bei den Sessions schaute ich allerdings mehr darauf, was der Tonmann tat und interessierte mich kaum für das, was ich spielte. Mir wurde klar: „Was DIESER Typ macht, will ich auch tun.“ Im selben Jahr erhielt ich ein Stipendium am renommierten Berklee College of Music in Boston. Dort studierte ich „Music Production and Engineering“ (Musikproduktion und Tontechnik), und schloss das Studium im Jahr 1991 ab. Schon während meiner Zeit in Boston hatte ich einen Job in einem Studio gefunden und mich schließlich zum Chef-Toningenieur hochgearbeitet. Nach meinem Studium verfügte ich also bereits über ein wenig Erfahrung und zog nach Los Angeles. Meine ersten vier Jahre in L.A. verbrachte ich als Produzent und Recording Engineer in der lokalen Musikszene. Als eine der Bands, mit denen ich im Studio zu tun hatte, ihren FOH-Mann feuerten, wurde ich gefragt, ob ich ihre Live-Show mischen könne. Ich hatte noch nie zuvor IRGENDETWAS live gemischt! Mir gefiel es jedoch sehr, dass man im Live-Betrieb immer sofort die Anerkennung für sein Tun erhielt, und von da an war dies meine Welt. In den letzten Jahren schließt sich der Kreis nun wieder, denn es kommen Bands zu mir und fragen mich, ob ich ihre Studioprojekte mischen möchte.

Für welche Bands waren Sie im Laufe der Jahre tätig?Kiss, Kid Rock, Mötley Crüe, Ozzy Osbourne, Rob Zombie, Smashing Pumpkins, Ted Nugent, System of A Down, Limp Bizkit, Linkin Park, Courtney Love, Seal, Guns and Roses, Slash, Lisa Marie Presley und noch einige mehr.

Gab bzw. gibt es eine Band, mit der Sie besonders gern arbeiten? Die, die am besten bezahlt … Nein, das ist natürlich nur ein Scherz … Es ist Slash (mit Abstand). Slash ist einer der besten Gitarristen der Welt, und ein echter Freund. Wie lernten Sie Palmer-Produkte kennen? Eigentlich war es Brad Maddix (der FOH-Mann von Rush), durch den ich Palmer kennen lernte – allerdings weiß er davon nichts. Mein guter Freund Robert Long (Production Manager der Band Disturbed) war mit Brad auf Tour, und als Robert zurück war, sagte er: „Du muss einfach diese Lautsprecher-DIs testen, die Brad dabei hatte. Sie sind sensationell!!!!! Welche(s) Palmer-Produkt(e) haben Sie bereits eingesetzt? Ich habe die PDI 03 und die PDI 09 ausprobiert. Die PDI 09 nutze ich heute für alle Gitarren.

(Zum Thema PDI 09:) Bei Ihrer Arbeit mischen Sie das Signal der PDI 09 am liebsten mit dem Signal Ihres Lieblingsmikrofons (AT4050?). Wie nutzen Sie diese Kombination? Sie stellen das Panorama ein, und dann? Glauben Sie es oder nicht, mein Haupt-Gitarrensound kommt aus der PDI 09. Das AT4050 setze ich nur ein, um zusätzlich die Luftbewegung der Lautsprecher einzufangen, was eine DI-Box natürlich nicht kann. Normalerweise schicke ich das 4050-Signal durch ein Tiefpassfilter, so dass ich das Fundament des Lautsprechersignals mitnehme, das eine DI-Box einfach aus physikalischen Gründen nicht liefern kann. Bei den heutigen Digitalkonsolen verzögere ich den Palmer-Kanal um 0,5 bis 1 ms gegenüber dem Mikro, um die Phasenverschiebung/Latenz zu kompensieren, die sich bei der Kombination eines rein elektrischen Signals mit dem eines elektroakustischen Wandlers ergibt.

Was gefällt Ihnen, wenn Sie Palmer-Geräte einsetzen? Gibt es spezielle Eigenschaften, die Sie besonders schätzen? Was reingeht, kommt auch wieder raus. Ich habe mit verschiedenen Künstlern den „Pepsi-Test“ gemacht und sie zwischen Mikrofon- und Palmer-DI-Signalen vergleichen lassen – und anschließend gefragt, welches das Mikro- und welches das DI-Signal ist. Bei vier von fünf Tests lagen sie falsch.

Würden Sie die PDI 09 für kleine Clubs auch an Stelle eines Mikrofons empfehlen?Welchen Vorteil könnte es haben, eine PDI 09 statt eines Mikros einzusetzen? Das kann ich absolut empfehlen. Ich bin überzeugt, dass die PDI 09 bei Club-Auftritten eine echte Alternative ist. Gain ohne Feedback ist dabei der größte Vorteil.

Weitere Informationen zu Palmer-Produkten: http://www.palmer-germany.com/mi/de.htm

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