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LD Systems Maui 5 – Klang trifft auf Design – Testbericht Bonedo.de

Anfang des Jahres 2015 überraschte LD Systems mit der Ankündigung einer kompakten Säulen-PA für 549 Euro. Nun landete ein Exemplar in der Redaktion. Schlank und schick ist sie, leicht ebenso. Einen persönlichen Butler in Form eines Onboard-Mixers hat sie ebenfalls im Gepäck. Nun muss sie nur noch gut klingen. Wir bitten Ms. Maui zum Tanz.

Details
Mit knapp 11 Kilo ist die Maui 5 ein Leichtgewicht. Der Subwoofer misst 305 x 405 x 105 Millimeter, die drei Säulenlautsprecher 82 x 535 x 105 Millimeter. Zwei davon sind leer, im dritten Topteil befinden sich vier Lautsprecher. Die Steckverbindungen der Säule wurde einem Redesign unterworfen, damit diese sich besser zusammenfügen und wieder auseinander nehmen lässt. Die Designer haben der Maui 5 ein ebenso schickes wie wertiges ABS-Kunststoffkleid entworfen, in dem ein Class-D-Verstärker an einem 8-Zoll-Subwoofer und vier 3-Zoll-Hi/Mid-Speakern seine Pflicht erfüllt.

Im Sub wurde außerdem ein kompaktes, vierkanaliges Mischpult integriert. Das verwaltet ein Line-Signal (stereo to mono), ein dynamisches Mikrofon, eine Hi-Z nebst weiterer Line-Quelle (kombiniert) sowie einen Bluetooth-Zuspieler.

Neben dem Master-Regler entdecke ich je einen High-Boost- und Volume-Regler für den Subwoofer. Auf der Rückseite der Box befinden sich der Betriebsschalter und der Anschluss für das Kaltgerätekabel, das über eine frei zugängliche Schmelzsicherung verfügt. Übrigens: Zur Diode für Bluetooth-Aktivität gesellen sich noch eine Betriebsleuchte und Anzeige für anliegende Signale sowie die Limiter- und Schutzschaltungs-LED.

Praxis
Das Aufwendigste beim Aufbau ist es, die Einzelteile aus ihrem Styroporbehältnis zu befreien. Ansonsten sind die Komponenten einfach auf den Subwoofer aufzustecken. Speaker oben, versteht sich. Die Leersäulen und der Lautsprecherabschnitt teilen sich das gleiche Design, eine sehr gefällige, rundliche Optik. Ganz nach Lokalität oder Einsatzzweck kann das Topteil auch mit nur einem Leersäulenelement betrieben werden. Das System ist auch im zusammengesteckten Zustand selbst von zarten Personen gut an ihren Bestimmungsort zu tragen; nichts wackelt übermäßig.

Sound
Der Sound ist erfrischend klar und solide gepackt im Bass. Der Frequenzgang reicht bis 20 kHz und beginnt bei 50 Hz. Das kann auch die Konkurrenz nicht unbedingt besser. Zwar ist die Maui 5 so nur bedingt diskotauglich, aber um eine Kickdrum und eine reguläre Bassline abzubilden, hat der Speaker genug drauf.

Das Problem liegt, wie bei Systemen dieser Art nicht unüblich, eher in der Darstellung der unteren Mitten, denn zwischen Bass- und Mittenbereich macht sich ein Loch bemerkbar. Wenn ich mit dem Hi-Boost den Höhen Beine mache und etwas mehr Bass reindrehe, fällt diese Schwäche auf, im neutralen Betrieb kann man jedoch gut damit leben.

Die sorgfältige Aufstellung der Box ist aufgrund des engen Abstrahlverhaltens des Tops entscheidend. Der Sound breitet sich nicht kugelförmig aus, sondern strahlt punktuell auf der Achse der Speaker. Zwar wird ein Abstrahlwinkel von 120° angegeben, den konnte ich aber nicht nachvollziehen. Die Leistung hingegen passt: Zweimal 100 Watt RMS sorgen für einen Schalldruck von 114 dB, in der Spitze ruft die Säule sogar zweimal 400 Watt und 120 dB auf.

Das ist Dampf genug für ein Publikum von 150 bis 200 Personen. Dank des Subbass-Reglers kann die Bass-Performance für jede Gelegenheit gut angepasst werden. Etwas weniger Bumms für die Lounge, etwas mehr davon für den kleinen Gig. Für mich eines der sinnvollsten Features der Maui 5. Zudem sorgt ein DSP-gestützter Multiband-Limiter für Betriebssicherheit bei Signalspitzen.

Inputs
Der Bluetooth-Empfänger ist bei der Betriebsaufnahme zuerst gesperrt und wird durch Betätigen des Schalters (sechs Sekunden) aktiviert. In einem Aktionsradius von etwa zehn Metern funktioniert die Datenübertragung auch dann noch gut, wenn andere Blauzähne den Äther belagern. Line- und MP3-Input funktionieren problemlos und lassen sich gut in die Summe einpegeln, wobei das Hauptaugenmerk für mich hier eher der Hi-Z-Input ist, denn die digitalen Einspieler füttere ich lieber über den Bluetooth-Kanal.

Der Instrumenteneingang verstärkt solide schwache Pickup-Ströme und gewährleistet einen brummfreien, druckvollen Sound. Meine Bassgitarre knorzte ordentlich und setzte hervorragend gegen das parallel laufende Playback durch. Es war sogar reichlich Luft nach oben bei den Reglern, da geht also noch einiges.

Der Mikrofonkanal ist mit ebenso viel Leistung ausgestattet. Die Stimme lässt sich gut einpegeln und setzt sich gegen das Playback mühelos durch. Allerdings klingt das Shure SM58 recht topfig und es fehlt ein Zweiband-EQ. So bleibt mir nur ein externes Pedal (Boss VE-20, TC-Helicon, Digitech Vocalist) oder ein Mischpult. Hier sollte unbedingt nachgearbeitet werden, denn gerade wenn ich mit einem auf Druck und Hochglanz polierten Playback auftrete, möchte ich als Sänger klanglich mithalten können.

Feedback-Festigkeit
Auch bei hohen Lautstärken ist das Hantieren mit dem heißen Mikro folgenlos. Tatsächlich erreichte ich ein Feedback nur durch direktes Klopfen mit dem offenen Mikrofon auf das Gehäuse der oberen Speaker der Tonsäule. Respekt, so lässt sich arbeiten. Wenn ich mit dem Mikro seitlich unmittelbar vor der Anlage stehend laut singe, vernehme ich einen leicht metallischen Nachhall, aber dies nur fürs Protokoll.

Ein Wort zum ABS-Kunststoffgehäuse der Maui 5. Dieses Material ist nicht nur leicht und hervorragend zu recyclen, es ist auch beständig gegen Öle, Fette, Witterungseinflüsse und Alterung. Die Dauergebrauchstemperatur liegt bei 85 – 100° Celsius. Nur für den Fall, dass euer Live-Set brennend heiß ist: Der Schmelzpunkt wird bei 220° Celsius erreicht.

Fazit
LD Systems Maui 5 ist eine schlanke und elegante Säulen-PA mit integriertem Vierkanal-Mischer, klarem Sound und Subbass-Regelung. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: Vortragende, Singer-Songwriter, kleine Ensembles oder Ausrichter mobiler Tanzveranstaltungen, sie alle können mit Maui 5 glücklich werden. Das Design ist hervorragend gelungen und dürfte künftig einige Kleinbühnen, Bars und Tagungsräume zieren. Mit der sehr schmalen Soundachse müsst ihr allerdings umgehen lernen, dann jedoch ist dieses System unschlagbar gut. Und das für ein schmales Budget von 549 Euro. Daher gibt es 4 Sterne und einen Doppeldaumen nach oben!

Pro
+ Geringes Gewicht
+ Mischpult on Board
+ Klarer Sound
+ Sehr schickes Design
+ Überarbeitete Steckverbindungen
+ Im Handumdrehen aufgebaut
+ Subbass-Volume regelbar
+ Sehr rückkopplungsfest

Contra
– Abstrahlwinkel sehr eng
– Kein Mikrofon-EQ

Features
– 8-Zoll-Bassreflex-Subwoofer
– 4x 3-Zoll-Hoch/Mitteltontreiber in der Tonsäule
– Vierkanal-Mischer
– Bluetooth-Schnittstelle
– Zweibandiger Master-EQ
– Class-D-Verstärker
– Kühlung: Konvektion
– Leistung: 200 Watt RMS / 800 Watt Peak
– Features: Signalverarbeitung mit LD LECC DSP (Limiter, Equalizer, Kompressor, Frequenzweiche) Hi Boost, 100 Hz Hochpassfilter im Mikrofonkanal
– Einfacher Anschluss über mehrpoligen Stecker
– Frequenzbereich: 50 Hz – 20.000 Hz
– Schalldruck: 114 dB SPL / 120 dB Peak
– Maße Subwoofer: 305 x 405 x 105 mm
– Maße Säulenlautsprecher (3 Stk.): 82 x 535 x 105 mm
– Gehäuse: ABS
– Betriebsspannung: AC100 – 120 V, 50/60 Hz | AC 220 – 240 V, 50/60 Hz
– Leistungsaufnahme: 300 W
– Temperaturbereich: 0 °C – 50 °C
– Preis: 549,- €

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Quelle: Bonedo.de, Dez. 15, Deutschland: http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/ld-systems-maui-5-test.html
Autor: Axel Erbstösser

Hier erfahren Sie mehr über LD Systems Maui 5:
http://www.ld-systems.com/serien/maui-serie/maui-5-ultra-portables-saeulen-pa-system-mit-mixer/

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  1. Bis zum Erscheinen der MAUI 5 gab es nur ein Säulensystem dieser Art von einem amerikanischen Hersteller.
    Es ist schon erstaunlich, wie es LD Systems geschafft hat, für knapp 2/3 des Preises soviel zu bieten.
    Ich sage deswegen 2/3, weil ich erstens nicht nach der Preisempfehlung, sondern dem üblichen Händlerpreis gehe und weil beim amerikanischen Hersteller die Hüllen inklusive sind und deshalb der Vergleich mit einer “nackten” MAUI unfair wäre.
    Gut, ein deutlicher Unterschied ist der Abstrahlwinkel, der bei der MAUI 5 den Einsatz als Twinset wohl eher nahelegt, als bei einem System, welches gefühlt einen Winkel von mehr als 180° abdeckt.
    Ein anderer Unterschied ist der Einsatz eines Mikrofons. Ich habe ja schon das “Vorbild” einige Jahre und bei diesem ist der Mikrofon-Eingang mit einem auf SM58 abgestimmten Equalizer-Preset versehen und hat eine Zweibandklangregelung. Das ist gegenüber dem Einsatz eines Mischpultes zwar ein Kompromiss, aber es funktioniert zumindest befriedigend.
    In der MAUI ist so etwas nicht vorgesehen, der Direktanschluss eines Mikrofons ist dort wirklich ein Notbehelf, ein Mischpult oder Mikrofonprozessor oder vielleicht gar so ein “Tonematch” sind wirklich nötig.
    Allerdings wird jemand, der Keyboard spielt, alles das nicht benötigen, da das Keyboard einen Mikrofonkanal und einen Summenequalizer eingebaut hat.
    Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass ein Duo aus Gitarre und Keyboard, welches sich sonst wahrscheinlich 3 Säulen für jeweils 1000 EUR zugelegt hätte, nun 2 dieser Säulen durch die MAUI 5 ersetzt, sich über die etwas tiefere Basswiedergabe und eine Ersparnis von 800 EUR freut.
    Das wäre eine denkbare Anwendung, bei welcher der begrenzte Abstrahlwinkel der MAUI 5 durch den Einsatz als Twinset ausgeglichen wird, andererseits aber Gitarrist und Keyboarder sich gut voneinander abheben.
    Ich hatte auch mal überlegt, wie es nur mit MAUI 5 möglich wäre. Aber da wäre es dadurch, dass ein Mischpult notwendig ist, deutlich teurer.
    Wenn ich nicht bereits zu meiner compacten Säule eines amerikanischen Herstellers noch ein Stereosystem in Nano-Größe hätte, würde ich sicher die MAUI 5 als Twinset nehmen, so aber wird sie zum Centerspeaker und der Gitarrist spielt über die compacte Säule.